Perspektivenwechsel für Unternehmen

Es ist geschafft! Sie haben ein lukratives Geschäft mit einem wichtigen Kunden abgeschlossen. Viele Wochen Arbeit haben Sie investiert und nun hat der Kunde endlich zum ersten Mal gekauft. Sie gehen euphorisch an den Auftrag heran und auch der Kunde freut sich auf das Ergebnis. 

 

Nachdem der Auftrag abgearbeitet ist herrscht jedoch Funkstille. Ihr Kunde reagiert weder auf Anrufe noch auf E-Mails von Ihnen. Haben Sie etwas falsch gemacht? Was ist passiert?

Dem Problem auf die Schliche kommen

Oft hilft uns der Perspektivenwechsel ungemein, um auf neue Erkenntnisse zu treffen oder Probleme zu lösen. Es ist eine verhältnismäßig einfache Art, um einen Schritt nach vorne zu kommen. Großartig veranschaulicht wird das durch diese berühmte Szene aus dem Film „Der Club der toten Dichter“.

Das Johari Fenster

Eine wissenschaftliche Grundlage um Eigensicht und Fremdwahrnehmung gegenüberzustellen und damit den Perspektivenwechsel in Gang zu bringen ist das sogenannte „Johari Fenster“. Dieses Modell geht zurück auf die Sozialpsychologen Joseph Luft und Harry Ingham, deren Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen dem Modell dem Namen verliehen. 

Johari Fenster

Je nachdem welches der vier Teile des Fensters Sie betrachten, sehen Sie bestimmte Eigenschaften bzw. bleiben Ihnen verschiedene Eigenschaften verborgen.


Links oben befindet sich die öffentliche Person. Hier sehen Sie alle Eigenschaften die Ihnen und Ihrer Umwelt bekannt sind. 


Im Bereich der Geheimnisse finden sich Eigenschaften, die nur Sie kennen, andere Personen jedoch nicht.


Der Bereich des Unbewussten zeigt Eigenschaften von denen weder Sie noch andere Personen etwas wissen. 


Rechts oben begegnen Sie Ihrem blinden Fleck. Hier finden sich Dinge, die andere Personen über Sie wissen oder kennen, vor Ihnen jedoch verschlossen bleiben.


Genau dieser Teil ist der spannendste für die Lösung mit unseren Kunden und unseren Perspektivenwechsel. Was weiß der Kunde über unser Unternehmen was wir nicht wissen? Wie sieht er die Dinge? Und wie können wir an seinem Wissen teilhaben?

Feedback einholen

Um den blinden Fleck kleiner zu machen oder klein zu halten empfiehlt es sich das Wissen des Beobachters anzueignen – oder kurz: Feedback einzuholen. Das ist die Chance mehr über sich und sein Unternehmen zu erfahren, und vergrößert den Handlungsspielraum deutlich. 

 

Für Sie als Empfänger des Feedbacks ist es essentiell das Gewonnene auch anzunehmen und sich damit auseinanderzusetzen. Sich zu rechtfertigen oder zu verteidigen mag die erste natürliche Reaktion auf negative Kritik sein, sie bringt Sie aber in diesem Zusammenhang nicht weiter.

Die Angst, Schwäche zu zeigen

Gerade Unternehmer scheuen genau diesen Schritt, da sie fürchten von Ihrer Umwelt als schwach oder unsicher eingeschätzt zu werden. Wir Unternehmer müssen immer zeigen wie gut und erfolgreich wir sind. Platz für Schwächen bleibt da kaum. Die Folge: Herausforderungen im Unternehmen werden nicht ganzheitlich betrachtet und falsch interpretiert. 

Zitat von Dale Carnegie

Unterstützung holen

Wenn Sie alleine auf Dinge draufkommen, so kann es immer noch ungemein hilfreich sein, dies mit anderen Menschen zu teilen, um das Erlernte zu untermauern oder in Frage zu stellen.


Wenn Sie einmal versuchen die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, eröffnen sich Ihnen eine Reihe von neuen Erkenntnissen und Ideen. Bleiben Sie nur Ihrer eigenen Perspektive, so bleibt Ihnen der Zugang zu vielen neuen Lösungen verschlossen.

Branchen mit Perspektivenwechsel

Coaches wissen es schon lange, Therapeuten sowieso. In einem Beratungsgespräch können Möglichkeiten und Fähigkeiten, aber auch Probleme erkannt und definiert werden wenn die Unterstützung einer anderen Person eingeholt wird.


Auch der darauffolgende Schritt die Probleme zu bewältigen, ist Thema in Sitzungen. Eigene Motivationen und Stärken zu erkennen kann dabei essentiell helfen.

Beispiel: Marcel Hirscher

Der mehrmalige Gesamtweltcupsieger und Weltmeister im alpinen Skisport, Marcel Hirscher, ist umringt von Leuten die ihn begleiten. Sie helfen ihm körperlich und mental sich auf den nächsten Sieg einzustellen.


Durch diese Unterstützung schafft es Hirscher sein eigenes Bild zu erweitern und er kann sich auf seine Aufgabe klarer fokussieren. Sie sehen also: Auch erfolgreiche Sportler holen sich für einen Perspektivenwechsel Hilfe von außen.

Mut zur Weiterentwicklung

Feedback zu bekommen mag für Sie im ersten Augenblick unangenehm erscheinen. Tatsächlich braucht es schon eine Portion Mut, um sich der unverblümten Meinung eines Kunden oder eines Geschäftspartners zu stellen. 

 

Denken Sie an die Möglichkeiten die Sie haben, wenn Sie Feedback einholen: Sie können sich selbst und Ihr Unternehmen weiter entwickeln und geben dem „Feedbackgeber“ auch noch ein gutes Gefühl. Schließlich liegt Ihnen ja seine Meinung am Herzen. Außerdem bietet dieser Prozess des Perspektivenwechsels eine gute Möglichkeit mit den Kunden nach Abschluss in Kontakt zu bleiben.

Fazit

Ohne Schweiß kein Preis. Der Perspektivenwechsel mag zwar auf den ersten Blick unangenehm sein, weil er Dinge zum Vorschein bringen kann die man lieber nie gesehen hätte. Die Chance die er bietet rechtfertigt jedoch jedes Unwohlsein: Neue Erkenntnisse und Wege sich und das eigene Unternehmen nach vorne zu bringen. 

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Mag. Franz Simon

Über den Autor:

 

Mag. Franz Simon ist Experte für Kundenzufriedenheit und Inhaber von Meine Kunden – Kundenzufriedenheitsanalysen. 

 

Wir unterstützen Unternehmen dabei mit Ihren Bestandskunden mehr Gewinn zu erwirtschaften.

Haben Sie auch schon von einem Perspektivenwechsel profitiert? Dann teilen Sie doch Ihre Erfahrung mit uns!

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Kommentare: 1
  • #1

    Kendal Cuthbert (Mittwoch, 01 Februar 2017 18:50)


    I am curious to find out what blog platform you have been utilizing? I'm having some small security problems with my latest website and I'd like to find something more secure. Do you have any recommendations?

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